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Publiziert am: 30. Juni 2022

Hier weg und da hin –
Was eigentlich bedeutet Ausgleich?

Diese Frage ist nicht so leicht zu beantworten. Die Gleichung lautet nämlich nicht: ein Grün hier weg = ein Grün da hin. Die Frage und ihre dazugehörige Antwortgleichung sind weitaus komplizierter. Ziel des Ausgleichs – oder korrekter: der »Eingriffsregelung« ist es, dabei zu helfen, die durch ein Vorhaben wie die Straßenbahnbaumaßnahme entstehenden Verluste der Natur zu verringern bzw. ihr an anderer Stelle etwas zurückzugeben. Die Fragen lauten daher: Was muss weichen und kompensiert werden? Sind z.B. geschützte Bäume, Schutzgebiete, artenschutzrechtliche Belange oder Funktionen von besonderer Bedeutung für den Naturhaushalt betroffen? Bäume sind, man ahnt es schnell, ein spezieller Fall. Und dann spielt auch die für die Wiederherstellung gewählte Fläche bei der Beantwortung der Ausgleichs-, richtiger: der Kompensationsart eine Rolle. Um bei aller Komplexität beste Voraussetzungen für einen reibungsfreien Bauablauf zu schaffen, wurde vorab eine Biotoptypenkartierung durchgeführt. Die Ergebnisse der Prüfung des Baumbestands entlang der geplanten Streckenführung lassen sich im Landschaftspflegerischen Begleitplan nachlesen. Dieses Papier wurde von der Naturschutzbehörde abgesegnet und regelt als Teil des Planfeststellungsbeschlusses, welche Bäume beispielsweise zu erhalten sind und natürlich auch, wie viele »nachgepflanzt« werden müssen. Ausgleich bzw. Kompensation wird, wo immer es die vorhandenen Flächen hergeben, direkt an der Strecke geschaffen. In diesem Fall werden unter anderem rund 280 Bäume neu gepflanzt, um dem Ersatzerfordernis des Baumschutzes und der Eingriffsregelung gerecht zu werden. Für den nicht unterzubringenden Rest werden andere Kompensationsflächen gesucht. Lässt sich leicht hinschreiben, ist in einem Stadtstaat wie Bremen allerdings gar nicht leicht zu lösen, denn auch hier wiederum gibt es eine Menge Anforderungen und Voraussetzungen, die es zu berücksichtigen gilt. 

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