Vier Bahnhöfe verbinden – 
Neue Geschichten in alten Gemäuern 

Entlang des Streckenausbaus, insbesondere zwischen dem letzten gemeinsamen Haltepunkt der Linien 1 und 8 »Auf den Kahlken« und der Wendeschleife »Am Weißen Moor«, entsteht viel Neues. Allein siebzehn zusätzliche Ein- und Ausstiegsmöglichkeiten wird es geben. Manche davon jedoch gab es bereits. Denn im Gegensatz zu den neu entstehenden Haltepunkten blicken vier Bahnhofsgebäude auf eine lange Geschichte zurück. 

Der Bahnhof Moordeich bedeutete zu Beginn des 20. Jahrhunderts nicht nur für die Harries-Mühle einen wichtigen Anbindungspunkt ins Umland. Bereits 1908 wurde der Bahnhof Brinkum erbaut; er gehörte damals zu den großzügigsten Dorfbahnhöfen. 1910 startete hier die Post- und Personenbeförderung. In der Streckenplanung erhält die Bahnhofsstraße einen Haltepunkt in unmittelbarer Nähe. 

Zur Strecke der damaligen Kleinbahn zwischen der Bremer Neustadt und Thedinghausen gehörte auch der Bahnhof Erichshof. Er wird nach vielen Jahren demnächst aus dem Dornröschenschlaf erweckt. Nicht nur, dass die Bahnen der Linie 8 hier bald halten, das alte Bahnhofsgebäude hat einen neuen Eigentümer gefunden – und der hat frische Ideen im Gepäck.

Eine Illustration zeigt einen zukünftigen Bahnhof der Linie 8.

Im Jahr 1910 wurde die Strecke der Kleinbahn schließlich bis zum Bahnhof Leeste verlängert. Hier entstanden neben einem Empfangsgebäude ein Lok- und Triebwagenschuppen für die Kleinbahn. Auch heute werden hier Kunden empfangen: Neben dem Infopoint hat die Bremen-Thedinghauser Eisenbahngesellschaft (BTE) ihren Firmensitz im historischen Bahnhofsgebäude. Die umtriebigen Zeiten auf den Gleisen sind allerdings lange vorbei; im Lokschuppen stehen heute lediglich Museumsfahrzeuge. 

Das Gebäude des Bahnhofs Stuhr ist zwar verschwunden, eine Gedenktafel aber erinnert an die Gräuel der Vergangenheit: Weibliche Häftlinge wurden 1944|1945 aus dem KZ-Außenlager Obernheide von hier nach Bremen zur Zwangsarbeit transportiert. Auch das gehört zur Geschichte dieser Bahnhöfe.

Mit dem Ausbau der Bahnstrecke gewinnen die Bahnhöfe ihre verbindende Funktion nun endlich zurück und werden wieder zu Orten der Begegnung. Im historischen Gebäude des Bahnhofs Brinkum beispielsweise betreibt das Netzwerk psychosozialer Hilfen »Release« ein Café – ein offener Ort, an dem es sich zukünftig bequem auf den nächsten Anschluss warten lässt. Und auch der Bahnhof Erichshof wird zu neuem Leben erweckt. Bald schon soll es hier nach frischen Brötchen, Kaffee und Kuchen duften. Köstliche Aussichten in alten Gemäuern. 

 

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