Gleisbau

Stück für Stück zusammengepuzzlet –
Wie kommen die Schienen auf die Trasse?

Nach der Überquerung der B6 fährt die Bahn auf eigener Strecke weiter Richtung Stuhr und Weyhe. Mit Verlassen des Straßenraums und der Nutzung der BTE-Trasse verändert sich auch der Aufbau des Bahnkörpers. Anders als der Gleisbau innerhalb der Straße wird hier nichts geteilt und miteinander verbunden. Soll heißen: Schotter hin, Schienen drüber, fertig. Das schreibt sich nicht nur schnell, das lässt sich tatsächlich verhältnismäßig zügig und unkompliziert umzusetzen. Moment: Schotter – Schiene – Gleis? Heißt es nicht »Betreten der Gleise verboten«? Was ist denn da was? Als Schiene bezeichnen wir die Stahlträger, auf denen die Straßenbahnräder laufen. Zwei parallel zueinander mit Schwellen verbundene Schienen ergeben ein sogenanntes Gleisjoch. Das Vormontieren dieser bis zu 15 Meter langen Einheit erfolgt auf dem Montageplatz. Die Gleisjoche werden von dort zur Baustelle gefahren und müssen vor Ort nur noch aneinandergelegt und verschweißt werden. Der Schotter ist also Teil des Gleises und zählt, anders als im Straßenbau, bei der Straßenbahntrasse zum Oberbau. Im Detail bedeutet das: Ein Baustoffgemisch von mindestens 25 Zentimeter bildet zuunterst die Schottertragschicht. Darauf werden parallel zueinander 35 Zentimeter dicke Betonlängsbalken verlegt. Diese tragen die 21 Zentimeter starken Stadtbahnschwellen, auf der schließlich die 15 Zentimeter hohen Schienen verlegt werden. Macht zusammen mindestens 99 Zentimeter Aufbau inklusive Schiene. Abschließend werden die Zwischenräume mit Schotter aufgefüllt.

Gleich rollt es wieder – Und wie geht es jetzt weiter?

Fast geschafft. Um die Stromversorgung zu gewährleisten, werden im Anschluss die Fahrleitungsmasten aufgestellt. Zudem werden die Haltepunkte entlang der Strecke hergestellt. Bis die Bahnen allerdings auf den Schienen rollen, braucht es noch etwas Entscheidendes: die Anschlüsse und Fahrleitungen. Diese werden in einem letzten Schritt montiert.